Ja, wir wollten Kinder – wenigstens eines

Mit 20 Jahren wurde bei mir Endometriose diagnostiziert, inzwischen war ich 38 Jahre alt – leichter würde es sicher nicht werden. Auf Empfehlung meines Frauenarztes wurde deswegen zunächst die inzwischen dritte Endoskopie durchgeführt, um neue Endometrioseherde zu entfernen. Bei dieser Gelegenheit ließ ich gleich die Eileiter durchblasen. Der Eingriff stellte sich als richtig heraus – sie waren verklebt.

Wie erwartet klappte eine Schwangerschaft nicht auf Anhieb. Da mein Mann und ich jedoch sehr offen mit dem Thema künstliche Befruchtung umgingen und mein Gynäkologe eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg für wenig wahrscheinlich hielt, legte er uns das Hormonzentrum in München ans Herz. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass zu diesem Zeitpunkt sowohl mein Mann wie auch ich uns auch ein Leben ohne Kind gut vorstellen konnten: Beide hatten wir das Thema Elternschaft mit unserer jeweils letzten Beziehung erledigt geglaubt. Ich erwähne das, weil ich glaube, dass die Psyche hier auch ihren Teil beiträgt.



Rückblickend denke ich, dass uns bereits der erste Besuch bei Dr. Puchta überzeugt hat, in den richtigen Händen zu sein: Er gab uns genaue Erklärungen zum Prozedere und den Chancen, äußerte sich zu allem ganz konkret und ging vor allem sehr differenziert auf all unsere Fragen ein. Und das Ganze in einer lockeren, netten Atmosphäre. Vor allem mein Mann ist eher schwer zu begeistern, er geht den Dingen gerne auf den Grund und hinterfragt alles sehr genau. Auch er war sehr angetan von der Direktheit und Offenheit Dr. Puchtas.

Ich hatte mich nach dem Erstgespräch übrigens auch im Internet informiert und stieß (neben den vielen positiven Bemerkungen) auch auf eine kritische Äußerung, was das Einfühlungsvermögen von Dr. Puchta anging. Ich kann ihm dazu aus unserer Erfahrung nur das Beste bescheinigen: sowohl mein Mann als auch ich ziehen klare Äußerungen eher wohlmeinenden, aber diffusen oder beschönigenden Aussagen vor. Ich denke außerdem, dass Dr. Puchta feinfühlig genug war, das zu erkennen und sich darauf einzustellen.

Zunächst war die IVF als Behandlungsmethode vorgesehen. Zwei Versuche schlugen fehl, (dazwischen habe ich einen Einnahmefehler begangen – ja, auch das kann passieren! – ein wirklich absolut unnötiger Lapsus meinerseits). Leider kam es nicht zu einer Befruchtung. Die Spermien meines Mannes wollten einfach nicht mit meinen Eizellen – oder war es umgekehrt?

Dr. Puchta empfahl uns daher die ICSI – und siehe da: schon der erste Versuch klappte. Ich glaube, es waren ›nur‹ zwei befruchtete Eizellen, die dann auch eingesetzt wurden. Mein Mann und ich hatten schon vereinbart, danach erst mal eine lange Pause für Körper und Gemüt einzulegen und diese mit einem Tauchurlaub einzuläuten. Vor dem Abflug dann die große Überraschung zum morgendlichen Kaffee am Flughafen: eine Mitarbeiterin des Hormonzentrums schickte mir eine SMS mit der positiven Nachricht, dass ich schwanger sei (die SMS habe ich natürlich heute noch!). Unglaublich, Wahnsinn. Bevor die Botschaft bei mir so richtig ankam, standen erstmal praktische Erwägungen im Raum: Darf ich denn nun tauchen gehen? Auch dies haben wir per SMS geklärt.



Womit wir eigentlich gar nicht gerechnet haben: Dr. Puchta hat sich bei unserem nächsten Besuch richtig mit uns gefreut! Er machte uns aber auch klar, dass das wirklich ein Glücksfall sei, bei der ersten ICSI gleich schwanger zu werden. Trotzdem, die Empfehlung, überhaupt eine ICSI durchzuführen, kam von ihm und sie war richtig!
Die weitere Betreuung empfanden wir ebenfalls als freundlich, umsichtig und persönlich. Die Behandlung durch alle Mitarbeiter ist professionell und ich hatte bei meinen vielen Besuchen, Tests und Untersuchungen nie den Eindruck, eine ›Nummer‹ zu sein. Außerdem empfand ich das Klima der Mitarbeiter untereinander als sehr harmonisch. Das Team hat unseren ganzen Respekt!



Unser Baby kam im Sommer 2006 in der 39. Woche zur Welt, sie ist ein prächtiges und gesundes Mädel. Momentan arbeiten wir mit dem Hormonzentrum an Nummer 2!

Worüber an dieser Stelle selten gesprochen wird: Wir haben nach reiflicher Überlegung beschlossen, weder mit Angehörigen noch mit Freunden über unseren Schritt ›Reproduktionsmedizin‹ zu sprechen. Und zwar trotz unserer aufgeklärten Zeit und trotz der Tatsache, dass dieses Thema – glaubt man denn den Medien – schon fast keines mehr ist. Denn dass sich jemand mal irgendwann zu einem gutgemeinten Kommentar hinsichtlich positiver oder negativer Seiten unserer Tochter hinreißen lässt, wo sie doch... das wollen wir ihr gerne ersparen.

07.08.07
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