Jeder Mensch, jedes Paar ist anders

»In diesem Jahr ist mein 40. Geburtstag, das war mein Gedanke zum Jahreswechsel 2008. Lange hat es gedauert, bis ich mir darüber klar geworden bin, dass ich ein Kind möchte. Ich bin Dipl. Ing. Elektrotechnik. Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn wollte ich mich im Beruf etablieren und Erfolg haben. Ein Kind war kein Thema – weder für mich noch meinen Mann, mit dem ich seit 15 Jahren verheiratet bin. Reisen, Beruf, Sport, das waren die Prioritäten.

Irgendwann dann, ein schleichender Prozess, verloren diese Dinge Ihre Bedeutung. Der Wunsch erwachte: ›Ich möchte schwanger werden, diesen ursprünglichsten aller biologischen Prozesse erleben, der untrennbar mit dem Frau sein verbunden ist.‹ Lange Diskussionen mit meinem Mann folgen, der findet unser Leben ist perfekt so wie es ist. Es dauert bis er die Wichtigkeit des Themas für mich erkennt. Langsames freundet er sich mit dem Gedanken an ein Kind an.

Die Pille hatte ich schon vor einigen Jahren abgesetzt, mit der Folge, dass die durch die Pille gesteuerte Periode einfach ausgeblieben ist. Was lange Zeit praktisch erschien, wird nun mit dem Kinderwunsch zum Problem. Der erste Besuch beim Frauenarzt. Die Stimulation mit Clomifen bleibt ohne Erfolg. Anfang 2008 lese ich dann einen Artikel in der SZ über Reproduktionszentren. In den Ehepaaren, die dort beschrieben sind, erkenne ich uns wieder. Das Lied ›Daniela Du hast die Zeit übersehen‹ von STS kommt mir in den Sinn. Ich begreife, dass ich ein solches Zentrum aufsuchen muss, wenn ich meinen Traum erfüllen möchte ...

Wir haben unseren ersten Termin bei Dr. Puchta. Mein Mann und ich, beide Techniker, sind beeindruckt. Der aufgezeigte Behandlungsplan, erscheint logisch und zielführend. Ich habe das erste Mal das Gefühl, dass mein Ziel in greifbare Nähe rückt. Dies ist allerdings das letzte Mal, dass ich eine ausführliche Erläuterung der Behandlungsschritte erhalte. (Anmerkung, Dr. Puchta: der Informationsbedarf ist sehr unterschiedlich - vor allem gut Informierte - Stichwort Internet - haben häufig einen höheren Informationsbedarf als dies eigentlich zu erwarten wäre. Nicht immer erreicht uns diese Information. Wir bedauern es, dass dem hohen Informationsbedarf in diesem Fall nicht in vollem Umfang Rechnung getragen werden konnte.)

Ich erwarte kein emotionales Einfühlen in unsere Situation. Das wäre aus meiner Sicht bei diesem emotional hoch belasteten Thema zu viel verlangt. Die Situation muss man als Paar schon selber meistern. Was ich erwarte, ist jedoch eine Erklärung von für mich zunächst nicht vertrauten Begriffen sowie der einzelnen Schritte des Therapieplans. Die Therapie beginnt. Stimulation erst mit Menogon, dann Pergoveris gefolgt von Blutabnahmen und Ultraschalluntersuchungen, zu viele Follikel, Punktion der Eierstöcke zur Reduzierung auf ein vernünftiges Maß, Insemination und schließlich kurz vor meinem 40. Geburtstag die erste IVF. Vielfach bleiben Fragen offen, ich spritze einmal eine zu hohe Dosis. Anrufe im Hormonzentrum werden von der Sprechstundenhilfe entgegengenommen und an Dr. Puchta weitergeleitet. (Anmerkung, Dr. Puchta: dies ist normales und notwendiges Prozedere, denn jeder Patient würde es als Zumutung empfinden, wenn Anrufe direkt im Arztzimmer ›landen‹ würden, während der Arzt gerade mit ihm im Gespräch ist). Seine Antwort erhalte ich über die Sprechstundenhilfe bei einem erneuten Anruf. Es findet keine direkte Kommunikation statt, ob wohl dies wünschenswert wäre! (Anmerkung, Dr. Puchta: eine verständliche Wunschvorstellung, die angesichts der Tatsache, dass ein Arzt viele Patienten behandeln muss, nicht realisierbar ist). Zum Glück gibt es Infobroschüren und das Internet, in denen ich zum Beispiel Begriffe wie Insemination nachschaue. Ich verschlinge Statistiken über die Erfolgsaussichten und bin frustriert weil ich den Eindruck gewinne, dass in meinem Alter eine Schwangerschaft einem 6er im Lotto gleicht. Zwei Eizellen werden befruchtet, teilen sich und werden transferiert. 2 Wochen später dann der Anruf im Hormonzentrum: ›Ich bin schwanger!‹.

Fazit: Jeder Mensch, jedes Paar ist anders. Statistiken sind eine Sache, man sollte sich jedoch dadurch nicht entmutigen lassen. Hr. Dr. Puchta hat sich sehr mit uns gefreut. Für Ihn ist es denke ich auch immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn seine Behandlung zum Erfolg führt. Er sollte jedoch bedenken, dass die Therapie für die Patienten, die sich ihm anvertrauen, nicht deren ›Daily Business‹ ist. Besonderen Dank möchte ich Fr. Olschewski (MTA) und der Dame im OP Bereich (deren Namen ich leider nicht weiß) aussprechen, die beide immer sehr herzlich und aufmerksam waren.«

Familie S., Baldham, 12.08.08
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