Ich möchte allen Paaren Mut machen

»Das erste Mal kam ich ins Hormonzentrum München im Jahr 2001, nach jahrelangem vergeblichen Herumprobieren und in der felsenfesten Überzeugung, dass gar nichts, aber auch gar nichts auf der Welt dazu führen könnte, dass ich schwanger würde. Nach den ersten Hormonchecks und einer Bauchspiegelung im Hormonzentrum war klar, dass eigentlich alles in Ordnung war, aber das Spermiogramm meines Mannes schwer zu wünschen übrig ließ. Mehrere IUIs schlugen fehl und Dr. Puchta riet uns letztendlich zur ICSI. Eine für mich inzwischen durchaus akzeptable Lösung, da ich ja einige Monate schon Patientin im Hormonzentrum war und mich etwas mit dem Thema Reproduktionsmedizin vertraut gemacht hatte. Nicht so mein Mann, der es bisher geschafft hatte, sich so weit wie möglich aus dem Thema herauszuhalten und immer noch der Meinung war, IVF-Kinder würden neun Monate im Reagenzglas großgezogen.

Dank der sehr einfühlsamen und humorvollen Beratung von Herrn Dr. Puchta, war er aber schließlich bereit, sich auf dieses neue Abenteuer einzulassen. Die erste ICSI empfand ich als recht stressig, wir waren noch nicht so geübt im Spritzensetzen und ich wusste auch nicht so recht, was mich dann bei der Punktion erwartete. An dieser Stelle ein ganz großes Lob und Danke Schön an das Team das Hormonzentrums, insbesondere die Schwestern und Narkoseärztinnen im OP: Sobald man in der Praxis angekommen ist, wird man hier so liebevoll umsorgt, dass bei mir zumindest jede Nervosität und Unsicherheit wie weggeblasen war. Spätestens, wenn man im Aufwachraum über den Bergen die Sonne aufgehen sieht, ist die Welt schon wieder ziemlich in Ordnung.

Diese erste ICSI endete negativ, es konnten aber einige Eizellen kryokonserviert werden. Auch weitere Gedanken ans Kinderkriegen wurden zunächst auf Eis gelegt, wir machten mehrere Monate Pause. Den Kryoversuch, den wir einige Monate später starteten, endete für mich völlig überraschend positiv. Das war eine Phase, in der ich weder besondere Lust hatte, Mutter zu werden, noch Zeit, mich um die geheimnisvollen Vorgänge in meinem Körper zu kümmern. Ich war beruflich sehr eingespannt, und hatte auch privat einen recht vollen Terminkalender. Von Schonung keine Spur. Dieser positive Versuch ist heute dreieinhalb Jahre alt, war schon in der Schwangerschaft eine Herausforderung (Dauerblutungen, Krankenhausaufenthalte, nichts wie raus aus dem Bauch und zwar schon 7 Wochen zu früh) und ist es heute noch. Allerdings die schönste Herausforderung, die ich mir vorstellen kann.

Vor knapp einem Jahr beschlossen wir, einen Versuch für ein Geschwisterchen zu wagen. Mehrere Kryos und eine ICSI schlugen fehl, die 2. ICSI war schließlich erfolgreich. Wiederum ein Versuch, den ich schon nach der Punktion aufgegeben hatte, da es meiner Meinung nach viel zu wenig Eizellen waren, und ich ab dem Tag des Transfers derartige PMS-Beschwerden hatte, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, hier ein positives Ergebnis zu bekommen. Ein Glück, dass ich mich auch öfter täusche! Inzwischen bin ich in der 16. Schwangerschaftswoche und hoffe, dass ich mich jetzt endgültig vom Hormonzentrum verabschieden kann.

Ich möchte allen Paaren Mut machen, diesen Weg zu gehen und nicht so schnell aufzugeben, auch wenn es manchmal steinig wird. In diesem Sinne wünsche ich allen viel, viel Erfolg und bedanke mich ganz herzlich bei Herrn Dr. Puchta, für seinen Optimismus, seinen Humor und sein Engagement, bei allen Mitarbeitern im OP für ihre Fürsorge und ihr Einfühlungsvermögen, bei Herrn Kreuzer, dem ›Hüter der Zellen‹, für seine großartige Arbeit hinter den Kulissen, bei den lieben Damen aus dem Labor, die auch mal samstags auf dem Handy anrufen, und natürlich bei allen anderen, die dafür sorgen, dass man sich in der Praxis wirklich gut aufgehoben fühlt.«

Familie A., 22.12.06
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