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Erste zertifizierte IMSI durchgeführt

Im Gegensatz zur klassischen intracytoplasmatischen Spermieninjektions-Technik (ICSI) stellt die IMSI ein erweitertes Verfahren zur Therapie männlicher Fruchtbarkeitsstörungen dar.

Der wesentliche Vorteil bei der IMSI (Intracytoplasmatic Morphologic Selected Sperm Injection) besteht in der morphologischen Auswahl der Spermien, die nachfolgend in die Eizellen injiziert werden. Während bei der routinemäßigen ICSI im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung die entsprechenden Spermien mit einer 200- bis 400-fachen optischen Vergrößerung aus dem Spermien-Pool selektiert werden, erfolgt die Auswahl der in Frage kommenden Spermien bei der IMSI mit einer 6000-fachen Vergrößerung. Dadurch ist es möglich, nur solche Spermien für die Mikro-Injektion auszuwählen, die keinerlei anormale Auffälligkeiten in Form oder Struktur (z.B. Vakuolen, Fragmentierung des Zellkerns) aufweisen.

Als Pionier und maßgeblicher Entwickler der IMSI gilt Prof. Benjamin Bartoov, ein Biochemiker und Androloge an der Bar-Ilan Universität in Ramat Gan, Israel.

Durch den Einsatz eines Spezial-Mikroskops (High Power Light Microscope) sowie der eigens entwickelten Software zur Evaluierung selektierter Spermien ist es in den letzten Jahren gelungen, mit deutlich gesteigerter Rate zum Entstehen gesunder Embryonen mit einer höheren Implantationsrate in der Gebärmutter beizutragen. Unterstrichen wird die Bedeutung der IMSI durch mehrere wissenschaftliche Publikationen: In einer Studie aus dem Jahr 2003 wurden 50 Paare mit mindestens zwei fehlgeschlagenen ICSIs mit der neuen IMSI-Methode behandelt, wobei das Kriterium für die Selektion der verwendeten Spermien anhand von normal ausgebildeten Zellkerne erfolgte. Als Kontrolle fungierte eine Gruppe von 50 Paaren, bei denen im gleichen Zeitraum zur Fertilisation eine reguläre ICSI durchgeführt wurde. Die Studie zeigte in beeindruckender Weise, dass die Schwangerschaftsrate mit der modifizierten ICSI-Methode deutlich höher war als mit der Standardmethode (66% bei IMSI gegenüber 30% bei ICSI). Ebenfalls signifikant steigern ließ sich die ?Baby take home? - Rate, die von Prof. Bartoov und den beteiligten Kollegen mit 40% angegeben wurde! In einer weiteren Studie aus dem Jahr 2006, an der 80 Kinderwusch-Paare mit der IMSI-Methode behandelt wurden, konnten diese Ergebnisse im Wesentlichen bestätigt werden.

Als erstes IVF-Zentrum in Deutschland hat  das Hormon Zentrum München diese neue Methode angewandt – mit Erfolg! Im vergangen Monat konnten die Ärzte und Biologen des HZM in Zusammenarbeit mit dem Team um Prof. Bartoov sowie dem Andrologicum München bei mehreren Paaren mit bislang unerfülltem Kinderwunsch eine Behandlung mittels der zertifizierten IMSI-Methode durchführen.
Entscheidend für den Erfolg der Behandlung war dabei das exakte zeitliche Zusammenspiel, so dass die feinmorphologisch selektierten Spermien zum richtigen Zeitpunkt in die isolierten Eizellen injiziert werden konnten.

In der beiliegenden PDF-Datei können Interessierte die englische Publikation zum Thema IMSI von Prof. Benjamin Bartoov lesen.

Weiterführende Literatur:

Berkovitz A, Eltes F, Lederman H, Peer S, Ellenbogen A, Feldberg B, Bartoov B.How to improve IVF-ICSI outcome by sperm selection.

Department of Obstetrics and Gynaecology, Sapir Medical Centre, Meir Hospital, Kfar Saba, Israel. Reprod Biomed Online 2006 May, 12(5): 634-8.

Bartoov B, Berkovitz A, Eltes F, Kogosovsky A, Yagoda A, Lederman H, Artzi S, Gross M, Barak Y. Pregnancy rates are higher with intracytoplasmic morphologically selected sperm injection than with conventional intracytoplasmic injection.

Male Fertility Laboratory, Faculty of Life Sciences, Bar-Ilan University, Ramat Gan, Israel. Fertil Steril 2003 Dec;80(6):1413-9.

Im Gegensatz zur klassischen ICSI...

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