Bunte

Nachhilfe zum Schwanger-Werden.

So betitelt die »Bunte« einen Info-Kasten zum aktuellen Thema Kinderwunsch von Prominenten. Dr. Puchta erläutert dabei - kurz und knapp - mögliche Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit und Verfahren der Reproduktionsmedizin.

Drei Millionen Paare in Deutschland zwischen 25 und 59 Jahren sind ungewollt kinderlos. Die Ursachen liegen bei beiden Geschlechtern. Bevor der Arzt eine Fruchtbarkeitsstörung diagnostiziert, untersucht er drei Dinge: die Hormonsituation bei Frau und Mann, die Zeugungsfähigkeit des Mannes mit Hilfe eines Spermiogramms und die Funktionsfähigkeit der Eileiter der Frau.
Häufig sind Zyklusstörungen und andere hormonelle Probleme schuld, wenn die Wiege leer bleibt. „Dann therapieren wir mit körpereigenen Botenstoffen, die den Hormonhaushalt wieder ins Lot bringen“, erklärt Dr. Jörg Puchta vom Kinderwunsch Zentrum an der Oper in München. Risiken gibt es laut Puchta bei der Hormonbehandlung nicht. Die seelische Belastung jedoch ist nicht zu unterschätzen. Viele Paare berichten von einer Achterbahn der Gefühle und von Stress in der Partnerschaft.

Dass immer mehr Paare ihren Kinderwunsch altersmäßig nach hinten verlegen, hat gravierende Folgen: bei der Frau verringert sich die Zahl der befruchtungsfähigen Eizellen (siehe Kasten). Und die männliche Zeugungsfähigkeit nimmt ab. „Bei Männern sinkt ab der Pubertät die Zahl der schnell beweglichen Spermien. Für die Befruchtung einer Eizelle braucht es davon in der Regel aber etwa 80 000 pro Milliliter“, sagt der Gynäkologe. Bei einem 20-Jährigen liegt deren Anteil bei 50 Prozent, bei einem 50-Jährigen sind es im Durchschnitt nur noch 17 Prozent.

Die Fortpflanzungsmedizin kennt unterschiedliche Methoden der künstlichen Befruchtung. Klassiker ist die In-Vitro-Fertilisation (IVF). „Dabei entnehmen wir dem Eierstock Eizellen, befruchten sie im Labor und geben den befruchteten Embryo in die Gebärmutter zurück“, erläutert Puchta. Das Verfahren wird angewendet bei Frauen, deren Eileiter verschlossen sind, etwa durch Entzündungen. Bleiben die IVF-Versuche erfolglos oder hat der Mann eine schlechte Spermienqualität, greifen Ärzte häufig zur Mikroinjektion ICSI (intrazytoplasmatische Spermien Injektion). Dabei injiziert der Arzt die Samenzelle mithilfe einer dünnen Nadel direkt in die zuvor entnommene Eizelle.  Eine Erfolgsgarantie gibt es leider nicht. Laut dem deutschen IVF-Register liegt die Geburtenrate nach einer In-Vitro-Fertilisation bei 15 bis 20 Prozent pro Behandlungszyklus. Die Erfolgsaussichten sind zudem von der Fruchtbarkeitsstörung des Paares und vom Alter abhängig.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen maximal die Hälfte der Behandlungskosten, wenn folgende Faktoren zutreffen: beide Partner sind verheiratet und mindestens 25 Jahre alt, die Frau höchstens 40, der Mann höchstens 50 Jahre. Ei- und Samenzellen stammen vom Paar. Die Behandlung ist medizinisch notwendig, HIV-Tests beider Partner liegen vor. Wer alles selbst zahlen muss, muss bei ICSI und IVF mit 3500 bis 4000 Euro pro Behandlungszyklus rechnen.

Weiterführende Informationen, Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Praxis oder Klinik sowie psychologische Begleitung während der Behandlung bieten Schwangerschaftsberatungsstellen. Beratungsangebote gibt es auch unter www.informationsportal-kinderwunsch.de (Datenbank des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und www.familienplanung.de (Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). Sabine Pusch

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