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Die Verfahren der Reproduktionsmedizin

Der Begriff IVF (In-vitro-Fertilisation) kommt aus dem Lateinischen und bedeutet »Befruchtung im (Reagenz-)Glas«. Hierbei werden die Samenzellen und die Eizellen außerhalb des Körpers der Frau zusammengeführt (extrakorporale Befruchtung), um sie dann direkt in die Gebärmutter der Frau zurückzugeben.
Die In-vitro-Fertilisation wurde für Frauen entwickelt, deren Eileiter nicht funktionieren. Sie gehört zu den faszinierendsten und innovativsten Verfahren der modernen Medizin.

Das erste sogenannte Reagenzglas-Baby, Louise Brown, wurde im Jahr 1978 in England geboren und löste eine große gesellschaftliche Kontroverse über die moralischen Aspekte dieser neuen Methode aus. Die Reaktionen reichten von Euphorie bis Entsetzen. Die Kirchen protestierten massiv gegen das »Eingreifen in den Zeugungsprozess«. Aber auch von medizinischer Seite gab es Befürchtungen, dass die durch IVF gezeugten Kinder unter gesundheitlichen Schäden und Fehlbildungen leiden könnten. In den nachfolgenden 20 Jahren lösten sich die anfänglichen Bedenken auf – die IVF ist heute allgemein akzeptiert und gilt als sehr sicher. In einigen Ländern Europas liegt der Anteil an IVF-Kindern schon bei 5 % aller Geburten!

Im Behandlungsablauf gibt es für Sie keinen Unterschied zwischen den beiden Methoden. Im Gegensatz zur reinen IVF wird bei der ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) das Spermium direkt in die Eizelle eingebracht. Das Verfahren wird unter anderem dann angewendet, wenn zu wenig vitale Spermien vorhanden sind, um die Eizelle per IVF zu befruchten. ICSI wird auch eingesetzt, wenn zwar genügend Spermien vorhanden sind, die Eihaut aufgrund ihrer Dicke und Zähigkeit jedoch deren Eindringen verhindert. Bei Frauen ab 35 wird in fast allen großen Zentren weltweit überwiegend die ICSI angewandt.

Übrigens: Für die Befruchtung braucht es nicht nur ein einziges »Super-Spermium« pro Eizelle, sondern hunderttausende sehr gute Samenzellen! Sie »knacken« gemeinsam die Eihaut, leisten also die Vorarbeit. Erst wenn die Eihaut sich an einer Stelle geöffnet hat, wird die Eizelle von »dem einen Spermium« befruchtet.