+49. 89. 547041-0

Risiken und Bedenken

Das Risiko für Fehlbildungen bei Kindern aus assistierter Reproduktion wird in der medizinischen Fachliteratur uneinheitlich bewertet. Während in den meisten Studien kein erhöhtes Risiko gefunden wurde, gibt es wiederum solche, die auf eine geringfügige Erhöhung des Fehlbildungsrisikos hindeuten. Es besteht aber Uneinigkeit, ob die angewandten Methoden oder das sogenannte Hintergrundrisiko (z. B. höheres Alter der Paare oder Mehrlingsschwangerschaften) diese Erhöhung bedingen. Berücksichtigt man die negativen Voraussetzungen seitens der Eltern, steigt das Risiko für Fehlbildungen – wenn überhaupt –lediglich um 0,5 %.
Wir empfehlen jeder Schwangeren nach einer IVF-/ICSI-Therapie den neuen nichtinvasiven Pränataltest (NIPT).

Bei der Eizellentnahme kann es zu kleineren Verletzungen des umliegenden Gewebes kommen. Sollte dies der Fall sein, können nach der Entnahme leichte Blutungen auftreten. Da der Eingriff aber unter Ultraschallsicht durchgeführt wird, sind solche Verletzungen sehr selten.

Nein, zum Glück nicht.

»Psychological stress does not affect the likelihood of conceiving through IVF.« Human Reproduction 2005 – prospective study of more than 150 women. When counseling infertile couples, it might be possible to reduce the stress they experience during the treatment procedure by informing them of these findings.


Dies heißt aber nicht, dass es nicht sinnvoll wäre, Stress zu vermeiden. Allerdings: Eine gewisse Portion Stress ist für jeden Menschen normal und gesund. Auf keinen Fall sollten Sie wegen einer IVF-Behandlung aufhören zu arbeiten.

Nein. Eine große niederländische Studie, die 2005 in der Fachzeitschrift »Menopause« veröffentlicht wurde, konnte keinen Zusammenhang zwischen häufigen IVF-Behandlungen und einem verfrühten Beginn der Wechseljahre finden.

»This retrospective cohort study included 12 IVF clinics in the Netherlands between 1983 and 1995 (n = 7,842). RESULTS: After a 5-year follow-up period, we found no increased risk for entering the menopause among women who had undergone six or more IVF cycles.« Netherlands Cancer Institute, Menopause 2005, 12: 578 – 88: Are cause of subfertility and IVF-treatment riskfactors for an earlier start of menopause?

Eine Studie aus dem Jahr 2006 hat dies untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung des Kindes in keiner Weise von der Qualität der Spermien beeinflusst wird, die bei der künstlichen Befruchtung verwendet werden.
 
»… growth and cognitive development of children born after 32 weeks‘ gestation following ICSI (n = 492) or IVF (n = 265). The children were divided into subgroups according to the origin and concentration of sperm used. Height and weight at age five years were similar ... We found no indication that growth and cognitive development in ICSI and IVF children differed depending on paternal sperm concentration.« Human Reproduction 2006; 21: 1514 – 20, Baby development unaffected by sperm concentration.

Selbstverständlich! Es gibt Hinweise, dass sich die Qualität der Embryonen sogar verbessert, wenn das Paar im IVF-Zyklus Geschlechtsverkehr hat Man nutzt diesen Effekt heutzutage sogar dadurch, dass man Teile der Samenflüssigkeit aufbereitet und in die Gebärmutter injiziert (sogenannte Einnistungsspülung mit Seminalplasma).
 
»The transfer of 1343 embryos during 478 cycles of IVF resulted in 107 pregnancies (22.4%), with 125 viable embryos remaining by 6-8 weeks gestation. There was no difference between the intercourse and abstain groups in relation to the pregnancy rate, but the proportion of transferred embryos that were viable at 6-8 weeks was significantly higher in women exposed to semen compared to those who abstained.« The effect of intercourse on pregnancy rates during assisted human reproduction – a multicenter prospective randomized control trial. Human Reproduction 12/2000 15(12): 2653 – 8.

Seit Langem weiß man, dass Rauchen für das ungeborene Kind schädlich ist. Zigarettenrauch schädigt aber auch die Eizellen der Frau und kann zu Unfruchtbarkeit führen. Rauchen wirkt sich auch negativ auf die Spermienqualität aus. Koffein in Tee und Kaffee hat nur in sehr hohen Dosen, die im Normalfall nicht erreicht werden, einen negativen Einfluss. Vorsicht ist allerdings bei Cola geboten: Mehr als zwei Liter pro Tag erhöhen nachweislich das Risiko einer Fehlgeburt. Übermäßiger Genuss von Alkohol ist die häufigste Ursache für Schädigungen des ungeborenen Kindes. Jede Art von Drogen kann den Embryo in unabsehbarer Weise gefährden.

Nein. Auch wenn die Embryonen an einer vorher per Ultraschall exakt ausgemessenen Stelle in der Gebärmutter eingesetzt werden, können sie wandern und sich im Eileiter einnisten. Dies ist allerdings eine große Ausnahme! Normalerweise lässt sich durch einen gezielten Transfer im Rahmen einer IVF-Therapie die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft deutlich reduzieren.

Nein. Ob eine Mehrlingsschwangerschaft eintritt, hängt einzig und allein von Ihrer Entscheidung ab – Sie bestimmen die Zahl der Embryonen, die in einem Transfer übertragen werden. Allerdings sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass viele unserer Paare sich eine Zwillingsschwangerschaft wünschen! Werden zwei Embryonen übertragen, beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft etwa 10 %. Drillingsschwangerschaften sind extrem selten und kommen auch nach einem Transfer von drei Embryonen nur in etwa 1 % der Fälle vor. Übrigens: Je älter Sie sind, desto eher kommt es auch in einem natürlichen Zyklus zu einer Mehrlingsschwangerschaft.
 
»They found that multiple ovarian follicular development, defined as more than one follicle of more than 14 mm in size, occurred in 105 women. Of these, five women were aged under 30 years, 45 were 30-35 years, and 55 were over 35 years.« Why older women have twins, Human Reproduction 2006, Cornelius Lambalk, Amsterdam: analysis of follicle development during 959 spontaneous ovulatory cycles in 507 women.

Zwillinge aus IVF-/ICSI-Behandlungen sind fast immer zweieiig, denn sie entstehen ja aus unterschiedlichen Eizellen. Schwangerschaften mit zweieiigen Zwillingen sind unproblematischer als eineiige Mehrlingsschwangerschaften.