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Behandlungsablauf

Die Diagnostik von Fruchtbarkeitsstörungen stützt sich auf drei Grundpfeiler:

  • Hormonstatus (Untersuchung der wichtigsten weiblichen Hormone),
  • Spermiogramm (Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit),
  • Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit.

Etwa die Hälfte aller Fruchtbarkeitsstörungen ist hormoneller Ursache. Deshalb sollten prinzipiell sämtliche Hormone und Botenstoffe, welche die Fruchtbarkeit beeinflussen können, am Anfang einer Kinderwunschbehandlung kontrolliert werden. Zu den wichtigsten Parametern gehören neben den weiblichen Geschlechtshormonen und Botenstoffen auch die männlichen Hormone sowie die Schilddrüsenhormone.

Hormonuntersuchungen erfolgen auf höchstem Qualitätsniveau. Die regelmäßig durchgeführten externen Qualitätskontrollen am Kinderwunschzentrum an der Oper finden Sie auf unserer Website in der Rubrik »Über uns«.

Die Fruchtbarkeit des Mannes wird mittels mikroskopischer Untersuchung einer Samenprobe (Spermiogramm) gemessen. Untersucht werden die Anzahl, die Dichte, die Beweglichkeit und Form der Spermien. Aus der Gesamtkonstellation der Parameter lässt sich beurteilen, ob eine volle oder eingeschränkte Fruchtbarkeit besteht. Wenn ein Spermiogramm geplant ist, sollte die sexuelle Karenzzeit davor etwa ein bis zwei Tage betragen.

Beim Postkoital-Test (auch Sims-Huhner-Test genannt) wird am Tag nach dem Geschlechtsverkehr eine Schleimprobe aus dem Gebärmutterhals entnommen. Dann zählt man die Anzahl der beweglichen Spermien unter dem Mikroskop. Der Test ist ein altes diagnostisches Verfahren aus der Zeit, als es noch keine computergestützten Spermiogramme gab.
Heute gilt er als veraltet, da er sehr ungenau und kaum reproduzierbar ist, das heißt: Verschiedene Untersucher kommen beim Zählen der gleichen Probe zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen (hohe Interobservervarianz).
Interessanterweise gibt es auch keine aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten mehr zu diesem Verfahren.

»Opinion is divided on the clinical usefulness of the postcoital (Sims-Huhner) test in diagnosing infertility. (…) In addition to the problem of poor validity, the test suffers from a lack of standard methodology, lack of a uniform definition of normal, and unknown reproducibility. The postcoital test lacks validity as a test for infertility.« Am J Obstet Gynecol. 1991 Mar;164(3):932–3. The validity of the postcoital test. Griffith CS, Grimes DA. Department of Obstetrics and Gynecology, University of Southern California School of Medicine, Los Angeles

Es gibt drei Möglichkeiten, die Durchgängigkeit der Eileiter zu überprüfen: die Röntgenkontrast-
untersuchung (Hysterosalpingographie, HSG), die Bauchspiegelung (Laparoskopie, LSK) und die Ultraschallkontrastuntersuchung (Hystero-Salpingo-Kontrastsonographie, HyCoSy), welche heutzutage dreidimensional erfolgt. Wir bieten sowohl die Bauchspiegelung als auch die Ultraschallkontrastuntersuchung an. Die Bauchspiegelung ist ein kostenintensiver invasiver Eingriff mit potenziellen Operationsrisiken. Die Ultraschalldarstellung der Eileiter (HyCoSy) ist ein nicht operatives, schonendes Verfahren, das seit über zehn Jahren erfolgreich angewandt wird und das sich mittels neuester Computer-Technologien immer weiter verfeinert hat.

Die Ärzte am Kinderwunschzentrum an der Oper haben die HyCoSy im Jahr 1997 in ihrer Arbeitsgruppe an der Universitätsfrauenklinik Göttingen als Erste in Deutschland etabliert. Die Methode ist in vielen Studien überprüft worden: Alle Studienergebnisse zeigen, dass die HyCoSy-Untersuchung sicher, unkompliziert und nebenwirkungsarm ist. Außerdem macht sie es möglich, gleichzeitig die Gebärmutter auf Veränderungen wie Polypen oder Myome hin zu untersuchen. Man schlägt damit sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe.
Vor der Einführung der HyCoSy wurde die Untersuchung der Eileiter häufig aufgeschoben, da man das Operationsrisiko und die Narkose für die Bauchspiegelung scheute. Dies führte zu erheblichen Verzögerungen bei der Erkennung von Eileiterstörungen.

»HyCoSy has proved to be as reliable as laparoscopic techniques in the assessment of tubal patency and uterine morphology, and also it overcomes such major drawbacks as hospitalization, radiation exposure, anesthesia and use of iodinated contrast media. All in all, HyCoSy is considered as a safe and well tolerated outpatient procedure, which apparently favors the onset of sponta-
neous pregnancies …« This paper provides a comprehensive overview of the literature dealing with HyCoSy to support its use as a first-line technique in standard infertility work-up. Lo Monte G1, Capobianco G, Piva I, Caserta D, Dessole S, Marci R.: Hysterosalpingo contrast sonography (HyCoSy): let‘s make the point! In: Arch Gynecol Obstet. 2015 Jan; 291(1): 19 – 30. doi: 10.1007/s00404-014-3465-4. Epub 2014 Sep 19


Das Durchspülen der Eileiter während der HyCoSy ist übrigens nicht nur eine diagnostische Maßnahme, sondern auch eine Möglichkeit, Verklebungen und Ablagerungen in den Eileitern zu lösen und damit ihre Funktion zu verbessern: Die Eileiter werden so für die Eizellen wieder besser passierbar. Dadurch verbessert sich nachweislich die Chance, schwanger zu werden.

»The addition of perturbation can enhance pregnancy rates 4.5 fold.«
Human Reproduction 2008, Pertubation enhances artificial insemination pregnancy success. Greta Edelstam (Karolinska University Hospital, Huddinge, Stockholm, Sweden) and colleagues