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ICSI

ICSI – das modernste Vefahren der Kinderwunschbehandlung

ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist das modernste Verfahren in der Kinderwunschbehandlung. Die ICSI ist immer dann die richtige Methode, wenn entweder eine Verschmelzungsstörung von Ei- und Samenzellen vorliegt oder die Spermienqualität für eine alleinige Befruchtung im Reagenzglas nicht ausreicht. Denn bei einer In-vitro-Fertilisation ist in der Regel eine Mindestanzahl von 50.000 bis 100.000 funktionsfähigen und schnell beweglichen Spermien pro Eizelle notwendig, um eine Befruchtung zu erzielen. Wenn diese Zahlen nicht erreicht werden, dann ist die ICSI die Therapie der Wahl. Außerdem wird eine ICSI gehäuft bei Frauen ab 35 angewendet, da sich hier die Beschaffenheit und Dicke der Eihaut aufgrund von Altersveränderungen ungünstig entwickeln kann.

Vom Behandlungsablauf her unterscheidet sich die ICSI für die Kunden nicht von der In-vitro-Fertilisation (IVF). Die Unterschiede der Behandlung finden im Labor statt: Dort wird bei der ICSI jeweils in eine Eizelle ein Spermium von guter Qualität injiziert. Die Spermien müssen also den Weg zur und in die Eizelle nicht selbst finden. Die eigentliche Verschmelzung des Erbgutes findet weiterhin auf natürliche Weise ohne jede Manipulation statt.

Mesa/Tese

Bei diesem Verfahren werden Spermien aus dem Nebenhoden (MESA: mikrochirurgische epididymale Spermien-Aspiration) oder dem Hodengewebe (TESE: testikuläre Spermien-Extraktion) entnommen. Dies ist nötig, wenn die Menge oder Qualität der befruchtungsfähigen Spermien im Ejakulat nicht ausreicht bzw. sich gar keine Spermien im Ejakulat befinden (Azoospermie).
Weil sich das Gewebe tiefgefrieren und für mehrere Behandlungen verwenden lässt, reicht in den meisten Fällen ein einziger solcher Eingriff aus. Bei einer Spermiengewinnung durch MESA oder TESE wird im Anschluss immer eine ICSI durchgeführt.
An unserem Kinderwunsch Zentrum erfolgt die Entnahme der Samenzellen und der Eizellen immer am selben Tag, um die ICSI mit frischem Material durchführen zu können.

Mögliche Risiken und Erfolgschancen der ICSI

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Risiko für Fehlbildungen bei der ICSI geringfügig gegenüber normal entstandenen Kindern erhöht sein könnte. Bei Berücksichtigung der negativen Voraussetzungen seitens der Eltern (häufiger höheres Alter, häufiger genetische Veränderungen) liegt dieses eventuelle Fehlbildungsrisiko wohl lediglich maximal 0,5 % höher. Alle anderen Risiken einer ICSI sind mit denen einer In-vitro-Fertilisation identisch.

Die Chancen für eine Schwangerschaft liegen etwa im gleichen Bereich wie bei einer In-vitro-Fertilisation. Da die Paare häufig jünger sind, sind bei diesen Paaren die Erfolgsaussichten dann auch entsprechend besser.

Was geschieht im Labor?

Ein wichtiger Teil der ICSI – nämlich die Befruchtung der Eizelle – findet, wie bei der IVF, im Labor statt. Auch die Entnahme der Eizellen (Follikelpunktion) und die Spermiengewinnung und -auswahl verlaufen wie bei der IVF.

Nach etwa dreistündiger Ruhe im Inkubator werden die gewonnen Eizellen in spezielle Kulturgefäße für die Mikroinjektion gegeben und auf ihren Reifegrad untersucht. Jetzt werden die geeigneten Spermien zugegeben und in die befruchtungsfähigen Eizellen injiziert. Dazu wird die Eizelle mit einer dicken Glaskanüle fixiert und mit einer sehr feinen Pipette ein Spermium unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle eingebracht.
Nach Abschluss der Behandlung werden die injizierten Eizellen in eine neue Kulturschale mit einer frischen Nährlösung gesetzt.

Auch bei der ICSI werden die Zellen nach 18 bis 20 Stunden unter dem Mikroskop auf Zeichen der Befruchtung kontrolliert. Das Vorgehen bei der Auswahl der befruchteten Eizellen und dem Embryotransfer entspricht dem bei der „normalen“ IVF. Sie können es im Kapitel IVF genau nachlesen. 

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